Jäger werden, aber wie?


Die bestandene Jägerprüfung und der dann zu lösende Jagdschein sind die Voraussetzungen, um in Deutschland die Jagd ausüben zu können, wenn der Bewerber über die dafür erforderliche Zuverlässigkeit und die körperliche Eignung verfügt.


Das Mindestalter für die Jägerprüfung wurde auf 16 Jahre festgesetzt. Wer noch nicht volljährig ist, erhält nach bestandener Prüfung den „Jugendjagdschein". Zum Lehr­gang kann man sich aber bereits mit 15 Jahren anmelden, um die Prüfung dann mit 16 Jahren zu machen. Der Jugendjagdschein berechtigt die Jagdausübung nur in Begleitung eines Erziehungsberechtigten oder einer von dieser schriftlich beauftragten Aufsichtsperson. Die Begleitperson muss jagdlich erfahren sein. Leider dürfen diese Jugendlichen noch nicht an den für sie sehr interessanten Gesellschaftsjagden teilnehmen.


Während in 11 Bundesländern Vorbereitungslehrgänge vorgeschrieben sind, kann sich ein Bewerber z. B. in NRW zur Prüfung bei der Unteren Jagdbehörde seiner Kreisstadt melden, wenn er sich selbst auf die Prüfung vorbereitet hat. In NRW ist eine sogen. Lehrzeit nicht vorgesehen. Die Kreisjägerschaft Duisburg führt in der Regel einen Vorbereitungslehrgang durch, wenn sich da­für ausreichend viele Bewerber melden. Der Lehrgang dauert 6 Monate. Während des theoretischen Unterrichtes werden alle für die Prüfung wichtigen Fachgebiete von Fachleuten vermittelt. Hinzu kommt die praktische Schießausbildung mit Waffenhandhabung und Trainieren der Schießfertigkeit mit der Büchse auf die Scheibe „Stehender Rehbock" und den „Laufenden Keiler“ sowie auf den „Kipphasen" mit der Flinte. In der praktischen Ausbildung steht der sichere Umgang mit der Jagdwaffe und der Kurzwaffe an erster Stelle. Notwendige Waffen werden zur Verfügung gestellt.


Ausbildungsinhalte

Der Jagdscheinanwärter muss sich umfassende Kenntnisse in Theorie und Praxis aneignen: Wildbiologie, Wildhege, Jagdbetrieb, Wildschadensverhütung, Land- und Waldbau, Waffenrecht, Führung von Jagdhunden, Behandlung des erlegten Wildes, Wildbrethygiene, Jagdschutz, Tierschutz, Naturschutz und Landschaftspflege

Die Theorie wird durch Exkursionen und durch Reviergänge im Re­vier unserer Ausbildungsleiterin Annegret Henseler-Muthig ergänzt. Hier werden Kenntnisse der Revierpraxis, der Jagdorganisation und das Wissen um Flora und Fau­na vertieft. Die Erfahrung zeigt, dass das Lernen in kleinen Lerngruppen sehr effektiv und eine Nachbereitung der Unterrichte von großer Bedeutung ist.


Gebühren, Stand 05.08.2011

Die Lehrgangsgebühr beträgt z. Z. 1.000,00 Euro einschließlich Schießstandnutzung. Die Mitgliedschaft in der KJS ist aus versicherungstechnischen Gründen obligatorisch. Weitere Kosten entstehen bei der Beschaffung von Lehrgangsmaterialien (Rabatte werden durchgereicht) und bei der Anmeldung zur Prüfung bei der Unteren Jagdbehörde (z. Z. 250,00 Euro). Kosten fallen ebenfalls an für die beim Übungsschießen verbrauchte Munition, die nach Tagespreisen berechnet wird. Die Erfahrung zeigt, dass sich das Sparen an dieser Stelle nicht auszahlt, wenn man pro Schießtermin je 1 x schießt und hofft, ein gutes Ergebnis bis zur Prüfung halten zu können.


Prüfung

Die Jägerprüfung wird in drei Teilen und an drei aufeinander folgenden Tagen vor der Unteren Jagdbehörde der Stadt abgenommen und erfolgt in ganz NRW zeitgleich. Sie beginnt mit der schriftlichen Prüfung. Hier sind Fragen aus den genannten Prüfungsfächern in NRW im Multiple-Choice-Verfahren zu beantworten.  Bei den vorgegebenen Antworten können auch mehrere Antworten richtig/falsch sein. Am zweiten Prüfungstag wird die Schießprüfung abgelegt. Wer hier seine Disziplin nicht schafft, kann an diesem Tag wiederholen.


Das Fach Waffenkunde mit Waffenhandhabung in der mündlich-praktischen Prüfung am dritten Tag hat hier einen besonders hohen Stellenwert. Eine fehlerhafte Handhabung oder die Verletzung von Sicherheitsregeln führen unweigerlich zum Nichtbestehen der Prüfung. In NRW kann jetzt die Prüfung in dem nicht bestandenen Teil (frühestens nach 3 Monaten) im Herbst wiederholt werden.


Früher musste der gesamte Lehrgang noch einmal besucht und die Prüfung in allen drei Teilen gemacht werden, wenn man im Schriftlichen durchgefallen war. 


Die Jägerprüfung ist eine staatliche Prüfung. Der Prüfungskommission gehören daher Vertreter der Unte­ren Jagdbehörde und der Berufs­jäger an. Die weiteren Mitglieder sind fachkundige Mitglieder der KJS.


Annegret Henseler - Muthig Ausbildungsleiterin

 



       Praktische Ausbildung: Bau eines Drückjagdbocks                                              Foto: Uwe Blankenburg

 


 

      Der Ehrenvorsitzende Dieter Bruckschen (links) schlägt Carl von Jagwitz-Biegnitz nach altem            

      Brauch zum Jäger                                            Foto: Uwe Blankenburg                           

 



     Der stolze Jungjägerkurs 2006/2007 mit seinen Jägerbriefen                            Foto: Uwe Blankenburg

 



       von links: Ausb.Ltrin Henseler-Muthig, JJ Stelten und Koppermann mit dem handgeschnitzten

       Weißkopfseeadler, den der Kursus der Ausbildungsleiterin als Dank für die ausgezeichnete Ausbildung

       schenkte.                                                                                   Foto: Uwe Blankenburg